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Das Wichtigste in Kürze – Die Teilnehmenden schreiben einen Essay von 2500 Wörtern, halten ein Referat über den Entwurf einer anderen Person und überarbeiten den eigenen Essay am 2. Februar im Seminarraum. LLMs (Sprachmodelle wie ChatGPT oder Claude) sind in allen Phasen erlaubt, nur nicht am 2. Februar. Die Erstfassung ist am 7. Dezember fällig. Ab dem 20. Oktober besteht Anwesenheitspflicht.
Diese Seite enthält die verbindlichen Regeln für Teilnehmende. Warum das Seminar so aufgebaut ist und was Lehrende wissen sollten, die das Format übernehmen möchten, steht im Konzept für Lehrende.
Die Leistung: ein Essay in drei Fassungen
Der Essay erklärt ein Konzept aus dem Bereich Security oder Privacy für fortgeschrittene Bachelorstudierende, klar und fachlich korrekt, auf 2500 Wörtern. Die Themen stammen aus einer Liste, die der Dozent zusammenstellt. Die Liste steht im VC-Kurs; die Themen werden am Ende der Sitzung vom 20. Oktober nach den Präferenzen der Teilnehmenden vergeben. Wer an diesem Termin fehlt, erhält eines der übrigen Themen.
Der Essay entsteht in drei Fassungen, die auf dieser Seite durchgehend so heißen:
Erstfassung: Mindestens 1500 Wörter, fällig am Montag, 7. Dezember, bis Tagesende. Sie wird nicht benotet, ist aber Voraussetzung für alles Weitere: Ohne fristgerechte Erstfassung kann das Seminar nicht bestanden werden.
Revidierte Fassung: Die Erstfassung nach dem Pair Editing, fällig am Dienstag, 8. Dezember, bis Tagesende. Diese Fassung wird benotet, und über sie wird das Referat gehalten.
Finale Fassung: Sie entsteht am Dienstag, 2. Februar, in der betreuten Überarbeitung im Seminarraum, zusammen mit einer kurzen Stellungnahme.
Termine
Das Seminar findet dienstags statt.
13. Oktober bis 24. November: Texte beurteilen lernen
- Oktober: Kickoff
- Oktober: Writing Lab zum Gliedern, Themenvergabe
- Oktober: Editing Flight I – kurze Absätze in je zwei Minuten verbessern und vergleichen
- November: Editing Flight II – erfundene Quellen, unbelegte Behauptungen, übertriebene Gewissheit
- November: Writing Lab zu Kohäsion und Kohärenz
- November: Writing Lab zu Klarheit und Prägnanz
- November: vier fehlerhafte Absätze überarbeiten
1. Dezember: Schreibwoche
Keine Sitzung. Die Erstfassung ist am Montag, 7. Dezember, bis Tagesende fällig.
8. Dezember: Pair Editing
Die Teilnehmenden bearbeiten in Paaren gegenseitig ihre Erstfassungen. Die revidierte Fassung ist am selben Tag bis Tagesende fällig. Danach wird bekanntgegeben, wer über welchen Entwurf referiert.
15. Dezember und 12. Januar: Vorbereitung der Referate
- Dezember: Presentation Lab – wie ein Referat über einen fremden Entwurf aufgebaut ist
- Dezember: keine Sitzung
- Januar: Vorbereitung der Referate im Seminarraum, mit Beratung durch den Dozenten
19. und 26. Januar: Referate
2. Februar: Betreute Überarbeitung
180 Minuten im Seminarraum. Uhrzeit und Raum werden im VC-Kurs bekanntgegeben.
Werkzeuge und LLM-Zugang
Beliebige Werkzeuge sind in allen Phasen erlaubt, auch LLMs. Die Ausnahme ist die betreute Überarbeitung am 2. Februar, die ohne Internet und ohne LLM stattfindet.
Die Teilnehmenden erhalten für die Dauer des Seminars einen zentral bereitgestellten Zugang zu einem aktuellen LLM. Für KI-generierte Inhalte in den abgegebenen Texten gilt die Richtlinie AI-Defend v1-Upload des Lehrstuhls.
Ein Text, den ein LLM erzeugt hat und der nicht redaktionell bearbeitet wurde, erfüllt die Bewertungskriterien in der Regel nicht. Das Seminar versucht nicht festzustellen, ob ein LLM benutzt wurde. Geprüft wird, ob die Teilnehmenden ihren Text verstehen und verteidigen können.
Pair Editing am 8. Dezember
Im Pair Editing lesen zwei Teilnehmende im Seminarraum die Erstfassung der jeweils anderen Person und besprechen beide Texte. Das Feedback wird nicht benotet. Die Teilnehmenden arbeiten es noch am selben Tag ein und geben die revidierte Fassung ab; dabei sind LLMs erlaubt.
Mitbringen: die eigene Erstfassung als Ausdruck, möglichst mit Zeilennummern. Gelesen und angestrichen wird auf Papier.
Paare: Der Dozent teilt die Paare zu und gibt sie zu Beginn der Sitzung bekannt. Bei ungerader Teilnehmerzahl bildet eine Gruppe ein Trio, in dem jede Person einen Entwurf liest und zu ihrem eigenen Entwurf Feedback erhält.
Ablauf der 90 Minuten:
- 25 Minuten: Beide lesen gleichzeitig den Entwurf der anderen Person und streichen an.
- 20 Minuten: Feedback zum ersten Entwurf. Erst spricht die Person, die gelesen hat, dann beide.
- 20 Minuten: Feedback zum zweiten Entwurf, im selben Ablauf.
- 15 Minuten: Jede Person plant allein, was sie am Abend ändert. Der Dozent geht in dieser Zeit von Paar zu Paar.
Leseauftrag: Wer liest, beantwortet für den Entwurf vier Fragen. Was ist die Hauptaussage, in einem Satz? Welche Stelle ist die stärkste? An welcher Stelle konnte ich nicht mehr folgen? Welche Behauptung bezweifle ich?
Das Referat: den Entwurf einer anderen Person lesen
Das Referat behandelt nicht das eigene Thema, sondern die revidierte Fassung einer anderen Person. Es dauert 12 bis 15 Minuten und zeigt, wie genau und kritisch der fremde Entwurf gelesen wurde.
Wer liest wen. Die Zuordnung bildet einen Ring: Person 1 referiert über den Entwurf von Person 2, Person 2 über den von Person 3, und die letzte Person über den von Person 1. Niemand referiert über den Entwurf der Person, die den eigenen Entwurf liest. Die Partnerin oder der Partner aus dem Pair Editing ist eine andere Person als die, die über den eigenen Entwurf referiert. Die Zuordnung wird am 8. Dezember bekanntgegeben, nachdem die revidierten Fassungen eingegangen sind.
Drei Zugänge. Die referierende Person wählt den Zugang, den der Entwurf braucht. Diese Wahl wird mitbewertet: Ein schwacher Entwurf, der nur nachvollzogen wird, oder ein guter, der zerpflückt wird, zeigt, dass der Entwurf falsch eingeschätzt wurde.
Nachvollziehende Darstellung
Für Entwürfe, die im Kern solide sind. Das Referat stellt Argumentation und Aufbau dar, benennt, was besonders gelungen ist, und zeigt die eine Stelle, an der der Entwurf schwach ist.
Diagnostische Kritik mit Alternative
Für Entwürfe mit substanziellen Problemen. Das Referat benennt, was misslungen ist, und zeigt, wie es klarer ginge.
Fragengeleitete Diskussion
Für Entwürfe, die interessant, aber unvollständig sind. Das Referat bringt drei Fragen mit, die sich aus dem Text nicht beantworten lassen, und diskutiert sie mit der schreibenden Person und dem Plenum.
Nach dem Vortrag. Auf das Referat folgen eine Diskussion im Plenum und eine kurze Erwiderung der schreibenden Person. Zum Schluss wählt der Dozent einen Satz oder Absatz aus dem Entwurf, den die referierende Person spontan verbessert: 90 Sekunden Bedenkzeit ohne Hilfsmittel, dann wird die neue Fassung vorgetragen.
Notizen. Die schreibende Person notiert sich während des Referats über ihren Entwurf das Feedback auf Papier, das der Dozent austeilt. Der Dozent sammelt die Blätter am Ende der Sitzung ein und gibt sie am 2. Februar zurück. Die Notizen bleiben also wie ein Klausurheft im Raum und können nicht nachträglich mit einem LLM erweitert werden.
Betreute Überarbeitung am 2. Februar
Die finale Fassung entsteht in 180 Minuten im Seminarraum, ohne Internet und ohne LLM. Sie ist zusammen mit einer kurzen Stellungnahme am Ende der Sitzung abzugeben.
Zu Beginn erhalten die Teilnehmenden:
- die eigenen Notizen aus dem Referat über ihren Entwurf,
- ein Gutachten des Dozenten zur revidierten Fassung. Es benennt genau zwei Punkte: eine Frage zu Klarheit oder Aufbau und einen inhaltlichen Einwand.
Geschrieben wird auf dem eigenen Laptop, der während der Sitzung offline bleibt. Mitgebracht werden dürfen die verwendeten Quellen als lokale Dateien und ein Ausdruck der revidierten Fassung, aber keine vorbereiteten Textbausteine.
Die Stellungnahme erläutert, wie die finale Fassung auf die beiden Punkte des Gutachtens und auf das Feedback aus dem Referat eingeht. Maßgeblich ist das Gutachten. War das Referat über den eigenen Entwurf schwach, entsteht daraus kein Nachteil.
Der Dozent ist anwesend und beantwortet organisatorische Fragen, aber keine inhaltlichen.
Bewertung
Die Note setzt sich aus drei Teilen zusammen:
Schreiben, 30 %: die revidierte Fassung des Essays.
Lesen, 30 %: das Referat über den Entwurf einer anderen Person.
Überarbeiten, 40 %: die finale Fassung und die Stellungnahme.
Kriterien für den Essay
Epistemische Qualität – Sind die fachlichen Aussagen korrekt? Bleibt der Essay bei dem, was er belegen kann? Existieren die Quellen, und sind sie richtig wiedergegeben? Wie geht der Text mit Unsicherheit und Gegenargumenten um?
Rhetorische Qualität – Aufbau der Erklärung, Klarheit und Prägnanz, Kohäsion und Kohärenz, ein Register, das zu fortgeschrittenen Bachelorstudierenden passt.
Handwerkliche Qualität – Abbildungen und ihr Einsatz, typographische Sorgfalt, visuelle Hierarchie, Gesamteindruck.
Kriterien für das Referat
Diagnose – Passt der gewählte Zugang zum Entwurf?
Substanz der Lektüre – Setzt sich das Referat mit dem auseinander, was im Entwurf steht?
Mündliche Leistung – Tempo, Aufbau, Umgang mit der Diskussion und mit der spontanen Verbesserungsaufgabe.
Kriterien für die Überarbeitung
Wirksamkeit – Geht die finale Fassung auf die beiden Punkte des Gutachtens ein?
Argumentation in der Stellungnahme – Setzt sie sich inhaltlich mit der Kritik auseinander?
Erhalt der Stärken – Bleibt erhalten oder wird besser, was an der revidierten Fassung gut war?
Anwesenheit und Ausfälle
Ab dem 20. Oktober besteht Anwesenheitspflicht. Regelmäßige Teilnahme ist Voraussetzung für die Zulassung zur Modulprüfung. Was als regelmäßig gilt, legt § 9 Abs. 10 der Allgemeinen Prüfungsordnung der Fakultät WIAI (APO) fest:
- Höchstens zwei Sitzungen dürfen aus Gründen versäumt werden, die die Teilnehmenden selbst zu vertreten haben.
- Insgesamt dürfen höchstens fünf Sitzungen versäumt werden, auch wenn die Gründe nicht selbst zu vertreten sind, etwa bei Krankheit.
Wer eine der beiden Grenzen überschreitet, wird nicht zur Modulprüfung zugelassen.
Das eigene Referat und die betreute Überarbeitung am 2. Februar sind Prüfungstermine und fallen nicht unter diese Fehltermine. Für sie gilt § 7 APO: Wer einen Prüfungstermin ohne triftigen Grund versäumt, erhält für diese Leistung die Note 5,0. Gründe wie eine Krankheit sind unverzüglich schriftlich anzuzeigen und nachzuweisen.
Scheidet nach dem 8. Dezember jemand aus, wird der Ring geschlossen: Wer über den Entwurf der ausgeschiedenen Person referieren sollte, referiert stattdessen über den Entwurf, der dieser Person zugeteilt war.
Bonus: schlecht geschriebene Absätze
Wer in einem veröffentlichten Text einen schlecht geschriebenen Absatz über Security oder Privacy findet und in einem eigenen Absatz erklärt, was daran schlecht ist, kann einen Bonus erhalten. Ein guter Beitrag verbessert die Note um eine Notenstufe, zum Beispiel von 2,7 auf 2,3. Pro Person zählen höchstens zwei Beiträge. Der Bonus setzt voraus, dass das Seminar auch ohne ihn bestanden ist. Gute Beiträge werden in späteren Semestern als Übungsmaterial verwendet.
